Healing Architecture: Wie eine heilende Architektur das Wohlbefinden steigert und was das mit digitalen Lernplattformen zu tun hat
- Alicia Sailer

- 2. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit

Die Bedeutung von Usability für das Wohlfühlen in digitalen Lernumgebungen
Die Gestaltung von Gebäuden und Räumen hat einen direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden, unsere Produktivität und unsere mentale Gesundheit.
Der Begriff der „Healing Architecture“ (heilende Architektur) beschreibt ein Konzept, das sich mit der Schaffung von Räumen befasst, die das physische und psychische Wohlbefinden fördern.
Es geht dabei nicht nur um ästhetische Aspekte, sondern auch um funktionale und psychologische Faktoren, die die Gesundheit der Nutzer:innen positiv beeinflussen.
Doch was hat dies mit digitalen Lernplattformen zu tun?
In einer zunehmend digitalisierten Welt verbringen wir nicht nur in physischen, sondern auch in virtuellen Räumen einen Großteil unserer Zeit. Genau wie die Architektur von Gebäuden Einfluss auf unser Wohlbefinden hat, beeinflussen die Gestaltung und die Usability von digitalen Plattformen unsere Erfahrungen und unsere Lernprozesse. In diesem Blogbeitrag werfen wir einen Blick auf „Healing Architecture“, ziehen Parallelen zur Gestaltung von Lernplattformen und erklären, warum Usability so wichtig für das Wohlfühlen in der digitalen Umgebung ist.
Was ist Healing Architecture?
Healing Architecture ist ein Konzept, das vor allem in der Architektur von Krankenhäusern und Wellness-Einrichtungen zum Einsatz kommt, aber auch zunehmend in anderen Bereichen wie Büros, Schulen oder öffentlichen Räumen Anwendung findet.
Es umfasst eine Reihe von Designelementen, die das physische und psychische Wohlbefinden der Nutzer:innen fördern sollen.
Zu diesen Elementen gehören:
Natürliches Licht:
Tageslicht hat einen positiven Einfluss auf unsere Stimmung und hilft dabei, den natürlichen Biorhythmus zu regulieren.
Natürliche Materialien und Farben:
Materialien wie Holz, Stein oder Pflanzen können eine beruhigende Wirkung auf uns haben und eine Verbindung zur Natur herstellen.
Luftqualität und Akustik:
Gute Belüftung und angenehme Akustik tragen zur Entspannung und Konzentration bei.
Offene, flexible Raumgestaltung:
Offene Räume mit Raum für Privatsphäre und Interaktivität fördern ein Gefühl der Kontrolle und Wohlbefindens.
Die Prinzipien der Healing Architecture betonen eine Umgebung, die nicht nur funktional, sondern auch heilend und unterstützend ist – ein Konzept, das auch auf digitale Lernumgebungen angewendet werden kann.
Übertragung auf Lernplattformen:
Wie Usability das Wohlfühlen beeinflusst
Wenn wir über digitale Lernplattformen nachdenken, denken wir oft an die technischen Aspekte und die Nutzererfahrung (User Experience, UX).
Diese sind entscheidend für den Erfolg einer Lernumgebung.
Die Gestaltung einer Lernplattform kann in vielerlei Hinsicht mit den Prinzipien der Healing Architecture verglichen werden. Auch hier geht es darum, eine Umgebung zu schaffen, die das Wohlbefinden und die Produktivität der Lernenden fördert.
Visuelle Klarheit und Struktur:
Eine übersichtliche und ansprechende Gestaltung ist der erste Schritt, um eine angenehme digitale Lernumgebung zu schaffen. Zu viele Ablenkungen oder unstrukturierte Inhalte können die Lernenden überfordern. Eine klare Navigation, einfache Farbpaletten und eine gut strukturierte Gliederung helfen, die kognitive Last zu reduzieren und machen das Lernen effektiver und weniger stressig.
Intuitive Usability:
Eine benutzerfreundliche Plattform, die es den Lernenden ermöglicht, sich ohne große technische Hürden zurechtzufinden, ist von zentraler Bedeutung. Komplexe Menüstrukturen oder unklar verständliche Buttons führen schnell zu Frustration und mindern das Wohlbefinden der Nutzer:innen. Eine „Healing“ digitale Lernumgebung sollte deshalb einfach und intuitiv bedienbar sein, damit Lernende sich auf das Lernen konzentrieren können, ohne sich mit der Technologie herumschlagen zu müssen.

Interaktive Elemente und personalisierte Erfahrungen:
So wie natürliche Materialien und flexible Raumgestaltung eine positive Wirkung in physischen Räumen haben, können interaktive Elemente, wie Quizze, Videos und personalisierte Lernpfade, eine engagierende und motivierende Wirkung in digitalen Lernumgebungen haben. Diese schaffen nicht nur Abwechslung, sondern fördern auch die Selbstbestimmung und das Gefühl von Kontrolle über den Lernprozess – ein wichtiger Faktor für das Wohlbefinden.
Feedback und Unterstützung:
In einer guten „Healing Architecture“ ist Unterstützung stets verfügbar, sei es durch Personal oder durch automatisierte Systeme wie Feedback und Hilfestellungen. Digitale Lernplattformen sollten ebenfalls auf kontinuierliches Feedback setzen, sowohl in Form von positiven Bestätigungen als auch konstruktiven Hinweisen, die den Lernprozess unterstützen und das Gefühl der Fortschritte stärken.
Studie:
Der Einfluss der digitalen Umgebung auf das Wohlbefinden
Eine Studie der University of California aus dem Jahr 2019 zeigt, dass gut gestaltete digitale Umgebungen das Wohlbefinden und die Produktivität der Nutzer positiv beeinflussen können.
Die Forscher untersuchten, wie Designmerkmale wie Farbe, Struktur und Interaktivität das Engagement der Lernenden auf E-Learning-Plattformen steigern.
Die Ergebnisse bestätigten, dass eine intuitive, ästhetisch ansprechende und interaktive Gestaltung die Lernmotivation fördert und Stress reduziert.
Eine benutzerfreundliche Plattform, die das Wohlbefinden der Lernenden unterstützt,
kann also einen direkten Einfluss auf den Lernerfolg haben.
Warum ist Usability so wichtig?
Usability (Benutzerfreundlichkeit) ist der entscheidende Faktor, wenn es darum geht, das Wohlbefinden in einer digitalen Lernumgebung zu fördern.
Eine gut gestaltete Plattform ist nicht nur funktional, sondern berücksichtigt auch die psychologischen Bedürfnisse der Lernenden.
Wenn Lernende auf eine Plattform stoßen, die unübersichtlich oder schwierig zu bedienen ist, kann dies schnell zu Frustration führen und das Lernen negativ beeinflussen.
Umgekehrt fördert eine einfache, gut strukturierte und ansprechende Plattform das Gefühl der Kontrolle und des Engagements, was den Lernprozess positiv beeinflusst.
In einer Zeit, in der Menschen zunehmend mit digitalen Technologien arbeiten, ist es wichtiger denn je, dass Lernplattformen nicht nur auf funktionale Effizienz setzen, sondern auch auf die Schaffung einer Umgebung, die das Wohlbefinden und die Produktivität der Lernenden fördert.
Fazit:
Healing Architecture in der digitalen Welt
Wie in der „Healing Architecture“, die Räume für körperliches und emotionales Wohlbefinden schafft, sollten auch digitale Lernplattformen so gestaltet werden, dass sie das Wohlbefinden der Lernenden fördern.
Usability ist hierbei der Schlüssel, um eine Plattform zu schaffen, die intuitiv, benutzerfreundlich und motivierend ist. Indem digitale Lernräume so gestaltet werden, dass sie das Wohlbefinden der Nutzer unterstützen und den Lernprozess erleichtern, können Weiterbildungseinrichtungen nicht nur das Engagement und den Erfolg der Lernenden steigern, sondern auch eine langfristig positive Lernerfahrung schaffen.
Wie ist Ihre Lernplattform gestaltet, um das Wohlbefinden der Lernenden zu fördern?

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