Future of Work ist längst da. Und die Sozialwirtschaft gestaltet sie mit.
- Alicia Sailer

- vor 12 Minuten
- 3 Min. Lesezeit
Letzte Woche öffnete eine Teilnehmerin in einem unserer Workshops ihren Laptop, fragte eine KI nach einer Formulierungshilfe für einen Hilfeplan — und schaute danach ihre Kollegin an: "Darf ich das eigentlich?"

Diese Frage kennen wir. Und sie ist wichtig. Sie zeigt, dass Menschen in der Sozialwirtschaft nicht auf der Strecke geblieben sind — sie stehen mitten in einer Transformation, die alle betrifft. Die Art, wie wir arbeiten, was wir wissen müssen, wie wir führen und lernen — das verändert sich gerade fundamental.
Wir nennen das Future of Work.
Nicht als Buzzword. Sondern als Beschreibung dessen, was gerade passiert.
Was steckt hinter dem Begriff?
Future of Work meint keine ferne Zukunft. Das World Economic Forum hat 2025 berechnet, dass bis 2030 rund 39 Prozent der Schlüsselkompetenzen im Arbeitsmarkt neu definiert sein werden — und dass gerade Pflege-, Beratungs- und Sozialberufe zu den am stärksten wachsenden Feldern gehören. Nicht weil Technik sie verdrängt. Sondern weil menschliche Begleitung wichtiger wird, nicht weniger.
Für uns ist das der Ausgangspunkt.
Fünf Begriffe, die für die Sozialwirtschaft jetzt zählen
Rund um Future of Work kursieren viele englische Begriffe — in Ausschreibungen, Strategiepapieren, Fortbildungsprogrammen. Wir haben die wichtigsten übersetzt und eingeordnet. Hier fünf, die wir für besonders relevant halten:
Begriff | Was es bedeutet | Was das konkret heißt |
KI-Empowerment | Menschen befähigen, KI sinnvoll zu nutzen | Fachkräfte nutzen KI zur Erstellung von Hilfeplänen oder Lernmaterialien — selbstbestimmt, nicht fremdgesteuert |
Human Centricity | Der Mensch steht im Mittelpunkt | Technik dient der Entlastung — nicht dem Ersatz von Beziehung |
Future Skills | Zukunftskompetenzen, die Menschen künftig brauchen | KI-Kompetenz, Resilienz, digitale Kommunikation — als Teil regulärer Weiterbildung |
Selbstwirksamkeit | Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit | Mitarbeitende gestalten digitale Veränderungen aktiv mit, statt sie zu erleiden |
Mental Health Awareness | Bewusstsein für psychische Gesundheit | Belastung von Fachkräften wird aktiv thematisiert — nicht weggeschwiegen |
Die vollständige Übersicht mit 40 Begriffen aus dem Future-of-Work-Kontext — von Intelligent Automation bis Coopetition, von Impact Budgeting bis Un-Ruhestand — gibt es als kostenlosen Download.
Ein ehrlicher Einwand
Wir hören oft: "Empowerment klingt gut — aber wir haben Personalmangel. Wir haben keine Zeit für Transformation."
Dieser Einwand ist berechtigt. Und er zeigt genau das Spannungsfeld, in dem die Sozialwirtschaft arbeitet: hohe Belastung, knappe Ressourcen, gleichzeitig wachsende Anforderungen. Wir glauben nicht, dass man diese Spannung wegdefinieren kann. Aber wir glauben, dass gut gestaltete Weiterbildung — kurz, praxisnah, direkt anwendbar — sie ein Stück kleiner machen kann. Nicht als große Transformation. Sondern als nächster konkreter Schritt.
Die Sozialwirtschaft ist kein Nachzügler
Ein Missverständnis begegnet uns häufig: Die Sozialwirtschaft hinkt hinterher. Das stimmt nicht. Co-Creation, gemeinsames Lernen, menschliche Begleitung als Kernkompetenz — das ist kein neues Konzept für soziale Einrichtungen. Das ist ihr Alltag. Was sich verändert: Diese Praxis bekommt jetzt Namen, strategischen Rahmen und digitale Werkzeuge. Die Stärken sind schon da. Wir helfen dabei, sie sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln.
Wenn du innerlich nickst — weil deine Organisation gerade mittendrin steckt, weil du Weiterbildung verantwortest oder weil du spürst, dass dein Team mehr Orientierung bräuchte: eEmpower begleitet sehr gerne.
Lade dir hier das Glossar zu FUTURE OF WORK herunter:
Quellenangaben
[1] World Economic Forum (WEF) Future of Jobs Report 2025 Veröffentlicht: Januar 2025 Volltext (PDF): https://reports.weforum.org/docs/WEF_Future_of_Jobs_Report_2025.pdf Übersichtsseite: https://www.weforum.org/publications/the-future-of-jobs-report-2025/ Pressemitteilung: https://www.weforum.org/press/2025/01/future-of-jobs-report-2025-78-million-new-job-opportunities-by-2030-but-urgent-upskilling-needed-to-prepare-workforces/
Verwendete Kerndaten:
Rund 170 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen in diesem Jahrzehnt; 39 % der Schlüsselkompetenzen im Arbeitsmarkt werden sich bis 2030 verändern. World Economic Forum
Pflege-, Beratungs- und Sozialberufe gehören zu den am stärksten wachsenden Feldern, erklärt durch demografische Trends, insbesondere alternde Bevölkerungen. World Economic Forum
[2] Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft Future Skills 2030 — Ein aktualisiertes Framework für Zukunftskompetenzen Veröffentlicht: Dezember 2025 Volltext (PDF): https://www.stifterverband.org/sites/default/files/2025-12/future_skills_2030.pdf Übersichtsseite: https://www.stifterverband.org/medien/future-skills-2030 Framework-Seite: https://www.stifterverband.org/future-skills/framework
Verwendete Kerndaten:
Der Stifterverband hat gemeinsam mit über 50 Expertinnen und Experten 30 Zukunftskompetenzen in fünf Kategorien identifiziert: grundlegende, transformative, gemeinschaftsorientierte, digitale und technologische Zukunftskompetenzen. Stifterverband
Die Sozialwirtschaft steht in einem Spannungsfeld: Sie muss nicht nur mit dem technologischen Wandel Schritt halten, sondern gleichzeitig ihre soziale Mission erfüllen, mit knappen Ressourcen wirtschaften und den Fachkräftemangel bewältigen. Whitespring
[3] DIHK — Deutscher Industrie- und Handelskammertag Digitalisierungsumfrage 2025 Veröffentlicht: 2025 URL: https://www.dihk.de/de/newsroom/digitalisierung-2025-herausforderungen-und-fortschritte-fuer-unternehmen-157712
Verwendete Kerndaten:
38 % der Unternehmen nutzen KI bereits heute. Haupthemmnisse sind Zeit (60 %), Komplexität (54 %), fehlende IT-Fachkräfte (32 %) sowie rechtliche Unsicherheiten (31 %). DIHK
[4] DGQ — Deutsche Gesellschaft für Qualität Umgang mit fehlenden finanziellen Ressourcen und Fachkräftemangel — Digitalisierung und KI in der sozialen Dienstleistung Veröffentlicht: 2025 URL: https://www.dgq.de/fachbeitraege/umgang-mit-fehlenden-finanziellen-ressourcen-und-fachkraeftemangel-digitalisierung-und-ki-in-der-sozialen-dienstleistung/
Verwendete Kerndaten:
Vielversprechende Möglichkeiten, den Fachkräftemangel durch Digitalisierung auszugleichen, liegen in der EDV-technischen Ausstattung der Einrichtungen und in der Kompetenzentwicklung der Mitarbeitenden im Umgang mit digitalen Lösungen. DGQ
[5] Zukunftszentrum pulsnetz KI (BMAS-gefördert) Gesund arbeiten mit KI in der Sozialwirtschaft URL: https://www.ki-wissens-und-weiterbildungszentrum.de/future-center/zukunftszentrum-pulsnetz-ki/
Verwendete Kerndaten:
Fachkräftemangel, hohe Fluktuation, starke physische und psychische Arbeitsbelastung bei gleichzeitiger Zunahme hilfebedürftiger Menschen — dies sind die aktuell verschärften Herausforderungen der Sozialwirtschaft. Die Potenziale KI-gestützter Technologien werden bisher noch wenig genutzt. Ki-wissens-und-weiterbildungszentrum




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